Drittes Hochgebirgsprojekt nach Kilimandscharo und Toubkal
Nach Expeditionen auf den Kilimandscharo (2017) und den Jebel Toubkal (2019) war der Aconcagua das dritte Hochgebirgsziel für Lungentransplantations-Patient:innen. Initiator und Organisator war der Wiener Lungenfacharzt Peter Jaksch von der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie.
Ziel der Projekte ist es, die Leistungsfähigkeit transplantierter Menschen sichtbar zu machen. Lungentransplantierte würden in der öffentlichen Wahrnehmung oft als dauerhaft stark eingeschränkt gelten. Die Expedition sollte zeigen, dass ausgewählte und gut betreute Patient:innen unter kontrollierten Bedingungen auch extremen körperlichen Belastungen gewachsen sind.
Ein Gipfelerfolg – ohne zusätzlichen Sauerstoff
Teilnehmer:innen aus Österreich, der Schweiz, den USA, Kroatien und Dänemark nahmen teil, darunter auch eine lebertransplantierte Frau. Die Mehrheit erreichte Höhen von über 5.500 Metern – ohne zusätzlichen Sauerstoff. Den Gipfel des Aconcagua schaffte als einziger Patient der 50-jährige Oberösterreicher Helmut Steigersdorfer, dem 2002 am AKH Wien eine Spenderlunge transplantiert worden war. Für ihn war der Gipfelsieg eine außergewöhnliche körperliche und mentale Erfahrung – und ein Zeichen der Hoffnung für andere Betroffene:„Ich wollte zeigen, was unter kontrollierten Bedingungen mit einer vor 24 Jahren transplantierten Lunge machbar ist, und damit Hoffnung und Zuversicht geben.“
Expedition als „wissenschaftliches Feldlabor“
Die Tour diente nicht nur als sportliche Herausforderung, sondern auch als Forschungsprojekt unter Extrembedingungen. Das Ärzteteam der MedUni Wien führte umfassende Untersuchungen durch:
- Regelmäßige Blutgasanalysen zur Messung der Sauerstoffversorgung
- Erhebung von immunologischen Markern
- Stuhl- und Speichelproben vor und nach der Expedition
- Digitale Erfassung von Vitalparametern wie Herzratenvariabilität und Sauerstoffsättigung
- KI-gestützte Analysemodelle zur Auswertung der Lungenfunktion
Signal für moderne Transplantationsmedizin
Clemens Aigner, Leiter der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie: „Die erfolgreiche Expedition steht symbolisch für das Potenzial moderner Transplantationsmedizin. Solche Projekte machen sichtbar, welche Leistungen und Lebensqualität nach einer erfolgreichen Lungentransplantation möglich sind – und welche Rolle das Zusammenspiel von chirurgischer Expertise und langfristiger Nachsorge dabei spielen.“ Für die teilnehmenden Patient:innen war das Projekt vor allem eines: ein Zeichen von Mut, Teamgeist und Vertrauen – in den eigenen Körper und in die Medizin.
Mit jährlich rund 100 bis 110 Lungentransplantationen zählt die Universitätsklinik für Thoraxchirurgie von MedUni Wien und AKH Wien zu den weltweit führenden Zentren.
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